Zurück zu den Rezepten

Schaffhauser Wiigueteli (Wiiguezli, Weinkekse)

Ueli Ammann Guetsli, Kleingebäck, Pâtisserie
4 Einfach 00:15
Schaffhauser Wiigueteli (Wiiguezli, Weinkekse)

Zutaten

  • 100 g Wiiguetzli-Gewürz (Tresset)
  • 1000 g Zucker
  • 1000 g Mehl
  • 250 ml Rotwein

Eventuell

  • 3 Stk Eier
  • 50 g Butter
  • 50 g Nüsse

Zubereitung

  1. Alles (ausser Wein) mischen, Rotwein beifügen und zu einem festen, nicht klebenden Teig kneten.
  2. Über Nacht an der Wärme stehen lassen.
  3. Auf Mehl ca. 1cm Dicke auswallen, Formen ausstechen und 24h (auf dem Kachelofen) trocknen lassen.
  4. Bei 180°C ca. 12 Min. backen.

Verfeinerung zum Originalrezept: 2-4 Eier, 50-130g Butter und wenig bis 200g Nüsse verfeinern das Originalrezept.

Weicher werden Weingueteli durch offenes Aufstellen im Keller.

Geschichte

(Karin Müller, Stein am Rhein)

Drogist Hans-Peter Schätti, der die Drogerie über drei Jahrzente führte, hatte das Originalrezept schon von Vorgänger Werner Lüscher-Wenger übernommen.

Die über 100 Jahre alte Gewürzmischung ist eine rare Kostbarkeit. Es handelt sich um ein Guetzli, welches vor allem in den Weinregionen bekannt ist, weil es mit Rotwein hergestellt wird und auch im Geschmack sehr gut zu Kaffee oder einem Glas Rotwein genossen werden kann.

Hüterin einer alten Tradition

(Steiner Anzeiger, 14. Oktober 2014, Mark Schiesser)

Karin Müller führt nicht nur eine lange Tradition weiter. Die Stei­nerin hütet auch das Geheimnis der weit über die Grenzen hinaus bekannten «Wiigueteli-Mischung» aus der ehemaligen Drogerie zum Raben.

STEIN AM RHEIN - Es heisst, dass der Herbst nicht vorbeiziehen darf, ohne dass die Einheimischen ihre «Wiigueteli», eine typisch regionale Spezialität geschmaust haben. Fragt man nach echten Schaffhauser Spe­zialitäten, dürfte nach der «Bölletünne» oder dem «Schlaatemer Rickli» bald einmal das Wort «Wein­guteli» oder «Wiigueteli» fallen. Laut dem Inventar zum «kulinari­schen Erbe der Schweiz» – darin wurde das Wissen über die einhei­mischen Speisen und Getränke von Fachleuten sorgfältig zusammen­getragen und aufgeschrieben – han­delt es sich um ein Kleingebäck von rötlicher Farbe, welches es durch die Zugabe von Sandelholz und Rotwein erhält. Und genau so wie das angeblich berühmteste Rezept der Schweiz, nämlich das vom Appenzeller Käse, dessen würziger Geschmack von der geheimnisvollen Kräutersulz stammt, ist auch die Rezeptur des verlockenden Kleingebäcks ein wohlgehütetes Geheimnis. Wie es der Name schon sagt, handelt es sich um ein Guet­zli oder Gueteli, welches vor allem in den Wein­regionen bekannt ist, weil es mit Rotwein hergestellt wird und auch im Geschmack sehr gut zu Kaffee oder einem Glas Rotwein genossen werden kann.

Rare Kostbarkeit

Dass es mindestens 100 Jahre alt ist, beweist die wichtigste Zutat. «Es ist die Gewürzmischung mit der raren Kostbarkeit Sandelholz», erklärt Karin Müller vom Steiner Wiilädeli zum Raben, im selben Gebäude in der Steiner Unterstadt also, in dem der kürzlich verstor­bene Steiner Drogist Hans-Peter Schätti Herbst für Herbst seine spe­zielle Mischung des «Weinguetli-Gewürzes» zusammen stellte. Ne­ben unzähligen Pülverli oder altbe­währten Heilmitteln wie etwa dem «Kampfer-Eis», einer häufig ver­langten Salbe gegen raue Hände, Risse und Frostbeulen, war er auch für seine Mischung des «Weingueteli-Gewürzes» bekannt. Rund 100 Kilo pro Jahr habe er herge­stellt, verriet er vor zwei Jahren in einem Beitrag im Radio Munot anlässlich der Herbst-Serie «Was isst Schaffhausen», in der das Lokal-Radio auf der Suche nach traditionellen Rezepten war.

Vom Vorvorgänger

Und Drogist Hans-Peter Schätti, der die Drogerie zum Raben über drei Jahrzehnte führte, hatte das Originalrezept schon von seinem Vorgänger Werner Lüscher-Wenger übernommen, nachdem er sich nach 32 arbeitsreichen Jahren 1972 vom Geschäftsleben zurückzog. Dank guten Verbindungen konnte Karin Müller das wohlbe­hütete Rezept erwerben. «Die En­kelinnen von Hans-Peter Schätti haben es mir verkauft unter der Bedingung, dass ich alles im Sinne ihres Onkels weiterführe», so Mül­ler. «Ich freue mich, dass ich diese Tradition weiterführen kann», meint Karin Müller, ausserdem hätte sie sich verpflichtet, das Rezept von 1909 geheim zu halten, denn auch die Steiner Firma Rito stellt seit über 100 Jahren eine Wiiguetzli-Mischung her. Auf jeden Fall achtet Karin Müller darauf, dass sie auch weiterhin die Rezeptur genau auf ein Kilo Mehl abgemessen verkauft, damit die vor allem in der Weih­nachtszeit sehr geschätzte und ver­lockende Köstlichkeit dann auch wirklich unvergleichlich schmeckt. Zum Kaffee, zu Glühwein oder ein­fach so.

Das «Wiigueteli-Gewürz» nach Rezept von 1909 aus der ehemaligen Drogerie zum Raben gibt es nicht nur traditionell am Steiner Jahrmarkt. Es kann neu auch schon bald übers Internet (www.wiilaedeli.ch) bezogen werden.

Bezugsquellen aktuell (2021)

Wiilädeli zum Raben, Bezug über https://wiiguetzli.ch/ Andere Bezugsquellen ähnlicher Gewürzmischungen: